Hinter den Kulissen des Saisonendes zieht HYROX die Großen an. Ein Fonds, der mit Bernard Arnaults Imperium verbunden ist, soll in exklusiven Gesprächen über eine Beteiligung stehen, bei einer Bewertung, die auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt wird, während adidas PUMA herausfordert. Die Analyse des Geschäfts, im Konjunktiv.
Wenn HYROX die Großen anzieht
Die Rennsaison ist vorbei, aber hinter den Kulissen hat HYROX noch nie so viel Gerede über Geld ausgelöst. Innerhalb weniger Wochen haben zwei Entwicklungen bestätigt, dass Hybrid-Fitness zu einem begehrten Anlageobjekt geworden ist: ein großer Investmentfonds aus dem Umfeld von Bernard Arnault soll an HYROX interessiert sein, und adidas drängt auf PUMAs Terrain. Hier die Analyse, wobei wir bei allem, was noch nicht offiziell ist, vorsichtig bleiben.
Ein von Arnault gestützter Fonds in den Startlöchern
Laut einem Bericht von Sky News (13. Juni 2026), aufgegriffen von Bloomberg, soll der Fonds L Catterton in exklusive Gespräche über den Erwerb einer bedeutenden Beteiligung an HYROX eingetreten sein. Vorsicht vor der verlockenden Abkürzung: nicht LVMH wäre der Käufer von HYROX. L Catterton ist der weltweit größte auf Konsumgüter spezialisierte Investmentfonds, gestützt vom Family Office von Bernard Arnault, dem Chef von LVMH, doch es ist eine vom Luxuskonzern getrennte Einheit.
Verkäufer wäre Infront Sports & Media, die Schweizer Gruppe (eine Tochter des chinesischen Wanda), die HYROX seit 2022 kontrolliert. Ein entscheidender Punkt: Stand 30. Juni 2026 ist nichts unterschrieben. Die Gespräche sind exklusiv, eine Ankündigung wird erst in den kommenden Wochen erwartet, und weder L Catterton noch Infront haben sich geäußert. All dies bleibt also im Konjunktiv.
Warum HYROX (vielleicht) eine Milliarde wert sein könnte
Die kursierenden Schätzungen, basierend auf durchgesickerten Zahlen, deuten auf eine Bewertung hin, die nahe an eine Milliarde Euro heranreichen könnte (eine Spanne von 700 Millionen bis 1 Milliarde). Kein Preis wurde offiziell bestätigt, daher sollte er als Schätzung verstanden werden, nicht als feststehende Zahl.
Woher kommt ein solcher Appetit? Vom schwindelerregenden Wachstum des Formats. Die Zahlen, allesamt geschätzt und ungeprüft, beziffern den Umsatz auf rund 130 bis 140 Millionen Euro im Jahr 2025 (gegenüber etwa 40 Millionen zwei Jahre zuvor), mit solider Profitabilität und einer Prognose von über 200 Millionen für 2026. Und das fast ganz ohne Marketing: die Teilnehmer selbst übernehmen die Werbung, indem sie ihre Ergebnisse teilen. Vor Ort: mehr als 1,5 Millionen Finisher in der vergangenen Saison und eine Prognose von 2,5 Millionen über das Jahr 2026 hinweg. Für L Catterton ist die Logik klar: der Fonds hat bereits Peloton, das Pilates-Studio Solidcore, Birkenstock und Equinox unterstützt. Premium-Fitness und Live-Events sind genau sein Spielfeld.
PUMA macht sich fest, adidas kontert
Bei der Ausrüstung ist der Kampf bereits im Gange. PUMA ist seit dem allerersten Rennen, 2017 in Hamburg, an der Seite von HYROX. Als globaler Titelpartner hat die Raubkatzen-Marke ihren Vertrag vorzeitig verlängert, bis 2030, und nennt es eine "Leuchtturm"-Partnerschaft. Bei den Weltmeisterschaften in Stockholm startete sie Project Podium, ein Programm, das den PUMA-Kader für Athletinnen und Athleten öffnet, die es auf die Elite-Podien schaffen. "HYROX, das in den letzten Jahren enorm gewachsen ist, ist eine unserer strategisch wichtigsten Partnerschaften", fasst Arthur Hoeld, der CEO von PUMA, zusammen.
Doch die Konkurrenz schaut nicht mehr aus der Ferne zu. adidas ist in die Hybrid-Fitness eingestiegen, nicht über HYROX, sondern durch eine vierjährige globale Partnerschaft mit ATHX Games, einer konkurrierenden Rennserie. Die Drei-Streifen-Marke hat sogar einen eigenen Schuh herausgebracht, den Adizero Dropset Elite, entwickelt mit Tim Wenisch, dem zweifachen HYROX-Weltmeister. Genug, um Hybrid-Fitness in ein echtes Schlachtfeld der Marken zu verwandeln.
Ein Kampf, der größer ist als HYROX
Denn das Feld füllt sich. Um HYROX kreisen inzwischen ATHX Games (18 Events im Jahr 2026, davon 14 in Europa, und ein Finale in Lissabon), DEKA (gegründet von Spartan Race), CrossFit, Turf Games und Life Times LT Games. Hybrid-Fitness, vor fünf Jahren so gut wie nicht existent, ist zu einem Markt geworden, von dem alle ein Stück abhaben wollen. Das Interesse eines Schwergewichts wie L Catterton bestätigt den Trend nur: was wie eine Fitnessstudio-Mode aussah, entwickelt sich zu einer Industrie.
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